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Themen :: Vorgestellt :: Pflanzen :: Wiesenschaumkraut
Wiesenschaumkraut

Wiesenschaumkraut (Cardámine pratensis)

Das Wiesenschaumkraut ist eine allgemein verbreitete Pflanze. Es blüht schon früh im Jahr und ist noch nicht besonders selten. Dennoch gedeiht es nicht gefahrlos, da ihm mancherorts "das Wasser abgegraben wird". Es ist auf feuchte Standorte angewiesen und diese Standorte werden immer seltener, da sie landwirtschaftlich schlecht zu nutzen sind. Durch die Entwässerung kann eine feuchte Wiese oder Weide in einen ertragreicheren Acker umgewandelt werden. Auf feuchtem Grund wachsen nur wenige Nutzpflanzen und der Boden lässt sich nicht so gut mit Maschinen bearbeiten, da diese im Boden versinken oder die Bodenstruktur zerstören können. Heu kann auch erst eingefahren werden, wenn der Boden später im Jahr relativ trocken geworden ist.
Wiesenschaumkraut

Die Pflanze

Das Wiesenschaumkraut liebt feuchte, mäßig saure, nährstoffreiche Wiesen und Weiden, Gräben, Uferbereiche, Auenwälder und auch feuchte Laubwälder. Es blüht von April bis Juni. Die Früchte der Pflanze sind Schoten, die nach der Reife explosionsartig aufplatzen. Dies geschieht durch eine Ansammlung von Flüssigkeit in der Schote. Dadurch wird der Innendruck so stark, dass die Schoten sprengen und die Samen sogar über zwei Meter weit herausschleudern.

Die Fruchtreife ist oft schon vor der ersten Heuernte abgeschlossen. Dies bedeutet, dass sich die Pflanzen auch auf einer Mähwiese oder -weide über die Samen vermehren können. Viele Mähwiesen verarmen an schönen Blühpflanzen, da diese Pflanzen vor der Fruchtreife (Samenreife) mit dem Heu abtransportiert werden. Sie können sich selber nicht weiter aussähen.

Jungpflanze
Jungpflanze des Wiesenschaumkrautes
Wenn im Frühjahr das Leben auf der Wiese erwacht, ist das Wiesenschaumkraut als erstes mit dabei.
Das Wetter könnte für das Wiesenschaumkraut jedoch ein noch viel größeres Risiko darstellen als die Landwirtschaft. Sollte ein Frühjahr zu feucht sein, so könnten die Samen eventuell nicht rechtzeitig ausreifen oder die Blüte wird vielleicht erst gar nicht befruchtet. Daher verlässt sich das Wiesenschaumkraut nicht nur auf die Samen. Die unten liegenden Blätter können bei andauernder Feuchtigkeit kleine Pflänzchen ausbilden, sogenannte Brutknospen oder Selbstableger. Dies geschieht auch, wenn diese Blätter verletzt wurden. Darüber hinaus ist die Pflanze ausdauernd, das bedeutet, sie treibt aus ihrem Wurzelstock (Rhizom) nach dem Winter wieder aus.
Weidevieh

Das Wiesenschaumkraut in seinem Ökosystem

Nachdem nun das Wetter und der Landwirt – solange er nicht entwässert – der Pflanze nicht viel anhaben können, kann also nur noch das Weidevieh gefährlich werden. Das ist allerdings von dem scharfen Geschmack der Pflanze nicht gerade überzeugt. Die Pflanze enthält Senföle (genauer Senfölglykoside) und schmeckt in etwa wie Kresse. Der wissenschaftliche Name der Pflanze bedeutet übersetzt sogar Wiesenkresse: Cardamine stammt von griechisch kardamon (Kresse).

Aurorafalter
Aurorafalter (Anthocharis cardamines)
Das Wiesenschaumkraut ist eine Nährpflanze der Raupe des Aurorafalters. Der Raupe schmecken auch andere Pflanzen z.B. die Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata).
Das Wiesenschaumkaut ist die Nährpflanzen der Larve (Raupe) des Aurorafalters. Die Larve frisst zwar an der Pflanze, kann dem Bestand aber keinen rechten Schaden zufügen. Der Falter dient sogar noch der Befruchtung, in dem er Nektar saugt. Die Blüten bieten reichlich Nektar an. Er ist allerdings nur für Falter und Bienen zugänglich. Trotzdem besuchen auch Schwebfliegen die Pflanzen, die sich bei den Pollen bedienen.
Aufgesprengte Schote
Aufgesprengte Schote
Eine reife Schote wurde durch den aufgebauten Saftdruck aufgesprengt.
Eine weitere Insektenart auf dem Wiesenschaumkraut ist die Wiesen - Schaumzikade. Diese hat der Pflanze sogar den deutschen Namen gegeben. Die Zikade lebt in einem Schaumnest auf den Pflanzen. Diese Schaumnester sehen ein wenig aus wie Spucke. Sie werden auch als "Kuckucksspeichel" bezeichnet, da man früher annahm, der Kuckuck würde im Frühjahr auf die Wiesen spucken. Mancherorts trägt die Pflanze daher auch den Namen Kuckucksblume. Gelegentlich werden die Schaumflocken auch als "Teufelsspucke" bezeichnet. Die ursprüngliche Annahme war sogar, dass der Teufel auf die Wiese spucken würde. Um den Namen "Teufel" aber nicht unnötig zu bemühen, ihn gar unvorsichtigerweise durch die Aussprache des Namens herbeizurufen, wurde ganz harmlos vom Kuckuck gesprochen. So wie man auch ganz harmlos auf den Kuckuck fluchen kann: Zum Kuckuck! Nun ist es auch kein rechtes Rätsel, wie die "Kuckucksblume" denn eigentlich heißen sollte...
Tagfalter auf Wiesenschaumkraut
Tagfalter
Nicht nur der Aurorafalter freut sich über das Wiesenschaumkraut. Auch andere Tagfalter besuchen gerne die Blüten. Sie bieten eine willkommene Stärkung nach der Überwinterung. Hier v.l.n.r.: Tagpfauenauge, Rapsweißling und Kleiner Fuchs.


Schwebfliege
Schwebfliege
Zu den Blütenbesuchern des Wiesenschaumkrautes gehören die Schwebfliegen.


Links

Sehr informativer Wikipedia Artikel zum Wiesenschaumkraut.



Erstellt am 21.02.2006 16:39 von guido
Aktualisiert am 23.12.2007 03:32 von guido
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